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Die Bundesregierung plant Kürzungen in Höhe von 1,7 Millionen im Jahr
2011 und 5 Millionen Euro im Jahr 2012 in dem 38,6 Millionen Euro
umfassenden Haushalt der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).
Das bestätigte das Bundesinnenministerium in Gesprächen. Dazu erklärt
die Leipziger SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe, stellvertretende
Vorsitzende des Kuratoriums der bpb:
Mit den angekündigten Kürzungen bei der Bundeszentrale für politische
Bildung bricht schwarz-gelb das Versprechen, nicht bei der Bildung zu
sparen. Für die politische Bildung in Deutschland hätte eine Etatkürzung
bei der Bundeszentrale für politische Bildung um mehr als 13%
verheerende Folgen. Ich frage mich, welchem Begriff von Bildung die
Bundesregierung anhängt, wenn sie ausgerechnet die Förderung des
Bewusstseins für Demokratie und politische Partizipation von ihrer
Finanzierungszusage ausnimmt. Das ist beschämend.
Zwanzig Jahre nach der Deutschen Einheit sieht die Regierung offenbar
keinen Bedarf mehr, die demokratische Bildung weiterzuentwickeln. Dabei
hat gerade die Wahl zum Bundespräsidenten gezeigt, wie wichtig vielen
Menschen in unserem Land die grundsätzliche Auseinandersetzung mit den
Werten von Freiheit und Demokratie ist. Es ist klar, dass
Politikverdrossenheit und Beteiligungsabstinenz keine unumkehrbaren
Trends sind, sondern von der Existenz adäquater Mitwirkungsmöglichkeiten
abhängen. Wir brauchen eine Demokratieoffensive für die gegenwärtige
Generation.
Die Fortentwicklung der Angebote der Bundeszentrale für politische
Bildung ist darin ein wichtiger Bestandteil. Die Bundeszentrale hat in
den letzten Jahren gezeigt, dass sie für innovative und nachhaltige
politische Bildung in Deutschland steht. Der Wahl-O-Mat, die zahlreichen
tollen Publikationen und die Zusammenarbeit mit zahllosen Trägern der
politischen Bildung bundesweit, dokumentieren welch wirksames Instrument
die Bundesregierung mit der Bundeszentrale besitzt, das Vertrauen in die
Demokratie zu stärken. Der zuständige Innenminister de Maizière sollte
sich diesen Umstand bewusst machen, eine derart heftige Kürzung gleicht
einer Selbstamputation.
Ich fordere Bundesinnenminister de Maizière auf, sich dafür einzusetzen,
dass die bedeutsame und erfolgreiche Arbeit der Bundeszentrale in der
bewährten Qualität fortgeführt werden kann. Die Bundesregierung ist bei
der Bildung im Wort: die Kürzung muss vom Tisch!